Liebe Leser des Blogs gastro expérience,

ein Jahr geht zu Ende.
Anlass, einen Augenblick stehenzubleiben, zurückzuschauen, nachzudenken.
Anlass zu danken. Zum Beispiel für Gesundheit, Zufriedenheit, Erfolg.
Für Frieden in uns und um uns. Für Menschen, die uns begegnet sind.

„Es gleitet das Jahr, es gleitet das Leben,
Freude und Hoffnung hat es gegeben,
Gab Enttäuschungen und Verzicht,
Trost, Alltagssorgen und die Pflicht.

Im Wechselspiel der Jahreszeiten,
wollte die Liebe sie allzeit begleiten
und viele frohe freudige Stunden –
wurden überaus beglückend empfunden.

Mancher Wunsch wurde erfüllt,
heimliche Sehnsucht oftmals gestillt.
Das Herz, es wird Erinnerungen bewahren,
von herrlichen Stunden und schönen Tagen.“
(Grete Schicke)

Eine gesegnete Weihnacht und ein erfolgreiches Jahr 2010.
Mit weihnachtlichen Grüßen

Sabine Jarsetz

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Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im Oktober 2009 in Deutschland 34,5 Millionen Gästeübernachtungen in Beherbergungsstätten mit neun oder mehr Betten und auf Campingplätzen gezählt. Damit stieg die Anzahl der Übernachtungen gegenüber Oktober 2008 um 1%. Von der Gesamtzahl der Übernachtungen entfielen 29,7 Millionen auf inländische Gäste (+ 1%) und 4,8 Millionen auf Gäste aus dem Ausland (– 0,4%).

Differenziert nach Betriebsarten sank die Übernachtungszahl gegenüber dem Vorjahresmonat in der Hotellerie um 1% auf 21,0 Millionen. In den Vorsorge- und Rehabilitationskliniken nahm die Zahl der Übernachtungen dagegen um 3% auf 4,2 Millionen zu. Am stärksten fiel der Zuwachs im Oktober 2009 mit + 4% (auf 9,3 Millionen) bei den übrigen Betriebsarten aus. Bei diesen handelt es sich überwiegend um Ferienunterkünfte wie zum Beispiel Campingplätze, Ferienhäuser und -wohnungen sowie Erholungs- und Ferienheime.

Im Zeitraum Januar bis Oktober 2009 lag die Zahl der Gästeübernachtungen mit 325,0 Millionen etwa auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Auch die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland blieb mit 277,4 Millionen nahezu unverändert, während die Zahl ausländischer Gäste um 4% auf 47,6 Millionen abnahm.

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(Quelle: PM Destatis)

Immer wieder höre ich hier und da und dort, der Kunde sei König. Beim Einkaufen im Supermarkt, am Servicetelefon diverser Dienstleistungsfirmen, der Handwerker, Elektriker, Postbote und nicht zuletzt auch unsere Wenigkeit in der Gastronomie. Jeder von uns kann mit Sicherheit tagtäglich mit Beispielen prahlen, die der Kategorie „Servicewüste Deutschland“ zuzuordnen sind.

In einem kürzlich gelesen Blogartikel von Hannah Plettenberg, in dem sie auf dieses Thema einging, wurde es mir plötzlich wieder bewusst und ich fragte mich: Ist dem wirklich so?

Um dies gleich vorweg zu nehmen, mir geht es nicht um den Sinn, der hinter dieser Aussage steht. Auch mir ist es schon so gegangen, das ich als zahlender „Kunde“ nicht die gewünschte Leistung erhalten habe oder hinsichtlich meiner Wünsche auf völliges Unverständnis beim Verkaufspersonal gestoßen bin. Selbstverständlich nervt es, wenn ich beim 3. Anlauf endlich von der Warteschlange zum Kundenberater durchgestellt werde und auf einmal die Leitung tot ist, so dass ich mir nun zum 4. Mal die mitunter ohrenbetäubende Warteschleifen-Musik anhören muss und somit resigniere.

Mir geht es darum, das überall so auf diese These gepocht wird. In allererster Linie ist meiner Meinung nach schon der Begriff „Kunde“ vollkommen fehl am Platz, zumindestens aus der Sicht eines Gastronomen. Ersetze ich diesen einfach mal durch das definitiv besser gewählte Wort „Gast“, steht auf einmal ein ganz anderer Sinn dahinter. Wenn ich mich selbst als Gastgeber sehe und erst in zweiter Instanz als Verkäufer, ist doch der Umgang mit dem „Kunden“ ein ganz anderer. Verlagern wir diese Aussage auf das Privatleben und denken uns kurz in eine Situation, in der wir Gäste beispielsweise zum Geburtstag einladen. Wir nehmen ihm automatisch die Jacke ab, bieten ihm einen Platz sowie etwas zu trinken etc. an. Weil es eben unser Gast ist. Gut, es ist keine Dienstleistung, die mit Umsatz oder Tipp vergolten wird. Dafür aber mit Freude, Glücksmomenten und einem Lächeln.

Dinge, die Aufenthalte zu einem wahren Erlebnis werden lassen, weil man nicht mit ihnen gerechnet hat. Mal ganz ehrlich, ist es nicht ein unvergessliches Gefühl, wenn sich jemand an einen solchen Glücksmoment erinnert im Zusammenhang mit der Person, die ihn beschert hat? Gerade in unserer Branche, wenn Gäste häufiger das Haus aufsuchen und sich an ein Gesicht erinnern können oder gar namentlich nach der Person fragen?

Hier liegt doch der eigentliche Ansatz, denn jeder Umsatz sowie mein eigener Verdienst, den Frau Plettenberg in ihrem Artikel als Motivation dafür ansieht, resultiert doch genau da heraus.

Schenke ich der Aussage genau die Bedeutung, die viele hinein interpretieren, heißt das, das ich meinem „Kunden“ als unterwürfig begegnen und ihn von vorn bis hinten bedienen soll. Schon hier ist das Gleichgewicht nicht gegeben. Jedem, dem ich mich unterwerfe, entgeht ein Stück Respekt meinerseits. Wie also soll ich ihn dann respektvoll behandeln, wenn es nicht mehr ehrlich ist?

Oftmals sind es die fehlenden Kenntnisse des Gastgebers, die zur Verhärtung führen. Kleine Gesten, die gewissen Situationen den Wind aus den Segeln nehmen. Mimik und Gestik spielt hierbei eine ausschlaggebende Rolle. Begegne ich meinem Gast mit Herzlichkeit, werde ich ein Lächeln ernten. Wie aber soll er sich wohl fühlen und mich Ernst nehmen, wenn ich es noch nicht mal schaffe, ein „Guten Tag“ über die Lippen zu bringen? Versuchen wir allerdings bereits in Kindertagen gelernte Dinge in unser Berufsleben einzubeziehen, diese als selbstverständlich und nicht als unsere Pflicht anzusehen, bräuchten wir uns keine Gedanken mehr zu machen. Unser gegenüber schlüpft hiermit automatisch in seine Rolle als Gast.

Wie wir alle wissen, gibt es unterschiedliche Gästetypen, wobei es bei dem Einen einfacher ist mit ihm umzugehen, es bei dem Anderen zu einer wahrlichen Prozedur werden kann, seiner Rolle als Gastgeber gerecht zu werden. Was aber ist in diesem Fall? Heißt das, nur weil der Gast für die Dienstleistung des Übernachtens, des Essens und des selbstverständlichen Services all incl auch Überheblichkeit vielleicht sogar Unterwürfigkeit gebucht hat? Hier denke ich immer wieder gern an die Worte eines Trainers, bei dem ich vor einigen Jahren ein Seminar besuchte. Auf diese Frage würde er mit einem klaren „Nein!“ antworten. Es heißt nicht, das man sich persönlich angreifen lassen darf. An dieser Stelle sollte die Grenze gezogen werden.

Egal wie es gedreht wird, Professionalität ist das Stichwort. Situationen zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Angefangen beim Knigge für Anfänger bishin zur präzisen Fachkenntnis.

j0399548Am heutigen ersten Sitzungstag des sächsischen Landtags wurden trotz heftiger Proteste der Opposition Änderungen am Nichtraucherschutzgesetz beschlossen. Es sieht eine Lockerung des Rauchverbotes vor allem in Gaststätten vor. Vorgesehen sind Ausnahmen für kleine Lokale, Spielhallen sowie geschlossene Gesellschaften unter der Voraussetzung, das Minderjährige keinen Zutritt zu den Räumlichkeiten haben. Auch Berufsschulen dürfen wieder Raucherzonen für Volljährige einrichten.

vertragDer Deutsche Hotel- und Gaststätten-verband (DEHOGA Bundesverband) und der Hotelverband Deutschland (IHA) begrüßen den Koalitionsvertrag, auf den sich CDU, CSU und FDP in der Nacht vom Freitag zum Samstag verständigt haben.

„Insbesondere die Senkung der Mehrwertsteuer für Beherbergungsleistungen zum 1. Januar 2010 sorgt für Zuversicht in einer von der Krise stark betroffenen Branche“,

erklärt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. Damit erhielten Hotels und Gasthöfe wichtige Spielräume vor allem für dringend notwendige Investitionen. „Der reduzierte Mehrwertsteuersatz ist ein wichtiger Impuls für den Tourismusstandort Deutschland und beseitigt die bestehende Benachteiligung unserer Betriebe innerhalb Europas“, sagt Fritz G. Dreesen, Vorsitzender des Hotelverbandes.

Bereits seit vielen Jahren gelten in 21 von 27 EU-Mitgliedstaaten reduzierte Mehrwertsteuersätze für die Hotelübernachtungen. Mit Ausnahme Dänemarks wenden alle Anrainerstaaten Deutschlands ermäßigte Sätze zwischen drei und zehn Prozent an.

„Die Senkung der Mehrwertsteuer für die Hotellerie betrachten wir als wichtigen Teilerfolg unserer jahrelangen Bemühungen, die umsatzsteuerliche Benachteiligung für Hotellerie und Gastronomie zu beseitigen“,

macht Fischer deutlich. Die jetzt gefundene Lösung sei „ein Kompromiss“, wobei offensichtlich das Volumen der Steuermindereinnahmen mit Blick auf die Haushaltslage eine andere Entscheidung derzeit nicht zugelassen habe.

Die Dehoga-Verbände hatten mit einer sehr erfolgreichen Unterschriftenaktion weitere politische Munition geliefert. Bislang wurden bei der Kampagne „Pro 7%“ wurden bislang über 143.000 Signets gesammelt – ein deutliches Signal.

Quelle: DEHOGA Bundesverband

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Anlässlich des 2. Jubiläums der Community Oberlausitz am 25. September 2009 lud Initiator und Moderator Steffen Klaus zum 7. Livetreffen ein. Im Mittelpunkt des Abends – ganz getreu der Tradition – Networking, Austausch, interessante Gespräche. Zahlreiche Unternehmer & Führungskräfte folgten der Einladung zum großen Geburtstagsevent ins Erbgericht Tautewalde – dem diesmaligen Gastgeber.

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Relativ unscheinbar wirkt das Haus am Straßenrand mitten in dem verschlafenen Dörfchen Tautewalde, einem Ortsteil von Wilthen in der Oberlausitz. Kaum zu erahnen, was sich hinter den Pforten des Erbgerichtes verbirgt. Schon beim Eintreten verblasst der erste Eindruck und es offenbart sich ein kulinarischer Tempel, umgeben von historischen Gemäuern und traumhaftem Hinterhof mit besonderem Augenmerk auf die wortwörtliche Schauküche.

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Das Team unter der Leitung von Enrico Schulz zauberte wahre Genüsse, der Service geführt von Nadine Schulz agierte perfekt. Herzhafte Kanapee´s, Zweierlei Bruscetta und Zwetschgen mit Vanillecreme sind nur ein kleiner Auszug des Flying Buffets dieses Abends. Beste Voraussetzungen für ein perfektes Event, dem der Gastgeber gerecht wurde.

Auch im kleineren Kreis wurden Neuigkeiten der Region ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und bestehende Beziehungen vertieft. Am Ende des Abends waren sich alle einig, diese Veranstaltung ist kaum zu toppen – resultierend neuer Stammgäste.

Mitten in der historischen Altstadt von Bautzen eröffnete vor einigen Wochen ein kleines aber feines Restaurant seine Pforten. Via Twitter erfuhr ich von dem sogenannten „neuen Stern am Bautzner Gourmethimmel“ namens „Culinarium„, einst bekannt als Tempo Moderno.

Häuser mit gehobenerem Anspruch (die diesem auch gerecht werden) sind hier in der Region seltener Natur, demnach ließ ein Besuch nicht lange auf sich warten. Das Restaurant selbst verfügt über einen Gastraum mit schätzungsweise ca. 20 Sitzplätzen, sowie einem kleinen Kellergewölbe mit der in etwa selben Kapazität. Alles in allem modern eingerichtet, wobei das Licht sehr kühl ausfiel, was das Ambiente leicht unstimmig wirken ließ.

Beim Einblick in die Speisekarte erweckte sich mir der Eindruck, das sich Unschlüssigkeit breit machte, ob nun eher Gourmetküche oder gute Oberlausitzer Hausmannskost im Vordergrund stehen soll. Angefangen vom sorbischen Gericht, weiter zur asiatischen Küche bishin zum Rindspaillard wird dem Gaumen schmackhaft gemacht. Die Getränkekarte erwies sich als stimmig.

Mein Augenmerk fiel auf das Angus-Rinderfilet sowie einer Crème Brûlée zum Dessert. Mit dem Servieren des Aperitifs folgte auch sogleich das Amuse-Gueule, ein Kräuterquark mit Weißbrot. Schön wäre hierzu ein Brotteller inklusive Buttermesser gewesen um nicht zum Steakmesser greifen zu müssen. Ausgehoben wurde dies leider auch nicht, vor bzw. mit dem Hauptgang. Das Rinderfilet selbst war auf den Punkt gebraten und ließ keine Wünsche offen. Nur das Dessert hatte es in sich. Liebevoll angerichtet, leider aber flockig und dadurch ungenießbar. Auf meine Reklamation reagierte „Patrick“ (wie sich auf der Rechnung rausstellte) freundlich, bot mir umgehend den Umtausch bzw etwas Anderes an. Verflogen war der Appetit, so dass die Speise sofort storniert und der geordete Latte als Geschenk des Hauses gereicht wurde. Erwähnt an dieser Stelle sei noch, das wir beim Zahlen lediglich eine Zwischenrechnung statt eines Bewirtungsbeleges ausgehändigt bekamen. (?)

Alles in allem herrscht ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Servicepersonal glänzt mit Fachkenntnis, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit, ohne dabei aufdringlich zu sein. Für den Vergleich eines L´Ambiente reicht es noch nicht, hierfür fehlt es an den gewissen gastronomischen I-Tüpfelchen.