Nun ja, eigentlich hatte ich mich auf diesen Abend gefreut. Nicht nur, weil er in trauter Zweisamkeit stattfinden sollte, auch weil ich schon ewig nicht mehr chinesisch essen war.
Als wir allerdings im Mekong in Zittau, unweit der wunderschönen Altstadt, ankamen, begrüßte uns ein vom Regen verwischter handgeschriebener Zettel, der kaum zu entziffern war und teilte uns eine Schließung bis zum besagten Tag mit. Im ersten Moment ein bißchen enttäuschend, allerdings hätten wir das Haus ja auch am nächsten Tag noch einmal aufsuchen können.

Auf den zweiten Blick machte uns dann aber doch Einiges stutzig. Komisch war, das auf dem Schild weder ein Betriebsurlaub noch eine Neueröffnung angekündigt wurde. Wenige Tage vorher hatte das Gebäude noch ein riesiges Baugerüst vor den Pforten stehen, was auf eine eventuelle Renovierung schließen lies. Das Restaurant verfügt über eine große Terrasse – auch hier weder Stühle noch Tische zu sehen, die darauf hindeuteten, das es zum morgigen Tag wieder den gewohnten Betrieb aufnehmen würde. Beim Blick durch das Fenster gab sich dann ein komplett chaotisches Bild. Farbeimer, Leitern und einen total beklecksten Teppich nahmen wir wahr.

Eine Homepage, der man eventuelle Infos hätte entnehmen können, existiert für diese Gaststätte nicht. Im Branchenverzeichnis ist man allerdings noch geführt. Weitere Recherchen blieben bis dato erfolglos. Eine wahrlich seltsame Geschichte.

Sollte der Betreiber des Hauses sich zu einer Wiedereröffnung entschließen, wird es mit Sicherheit schwer werden Gäste ins Restaurant zu holen – ob nun neue oder bekannte Gesichter. Auch wenn ich vorher nur Positives über das Mekong vernehmen konnte, so werden wir nicht die Einzigsten gewesen sein, die einen Abstecher ins Ungewisse gemacht haben.

Advertisements