Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ruft am heutigen Tag zu einer weiteren Protestaktion gegen Mindestlöhne in Bautzen auf. In Sachsens Gaststätten und Hotels lägen viele Einkommen unter 1442 Euro brutto und damit unter der offiziellen Armutsgrenze. Mit den Aktionstagen soll der Druck auf den DEHOGA Hotel- und Gaststättenverband Sachsen in der aktuellen Tarifauseinandersetzung erhöht werden. Ähnliche Aktionen fanden bereits in Dresden und Annaberg-Buchholz statt.

Gefordert wird eine Entgelterhöhung „mit mindestens einer drei vor dem Komma“ bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Bislang hätten die Arbeitgeber eine Erhöhung um drei Prozent für 17 Monate angeboten, hieß es. Dies wäre aber bei einer Inflationsrate von 3,4 Prozent eine „glatte Minusrunde“, so Petra Schwalbe, NGG-Landesvorsitzende Ost. Die nächste Tarifverhandlung findet am 28. August statt.

Leider gibt es in vielen Gastro-Betrieben auf Grund von zu wenig Angestellten weder einen Betriebsrat noch Tarifverträge. In vielen Branchen verweigern sich die Arbeitgeber und setzen sich mit den Gewerkschaften nicht mehr an einen Tisch. Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland fällt nicht mehr unter den Schutz eines Tarifvertrags.

Da sind wir einfach nicht streikfähig.,

wie aus einem Interview mit Gewerkschaftschef Franz-Josef Möllenberg in „DIE WELT“ hervorgeht.

Wenn die Arbeitgeber nicht zur Vernunft kommen, muss der Gesetzgeber eingreifen. „Wir werden die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde zum Wahlkampfthema machen“, kündigte der NGG-Vorsitzende an.

Bei Gehaltsvergleich.com kann man sich diese sogenannten Hungerlöhne auch gleich online ansehen. Aufgeschlüsselt nach Bundesländern bzw. Landkreisen geht hier hervor, womit man im Durchschnitt „reich“ wird. Eine gelernte Restaurantfachkraft verdient hier durchschnittlich 1474€, bei Hofas liegt der Schnitt bei 1459€ und die Köche sahnen mit 1646€ Brutto monatlich ab. Auch wenn ich diese Seite als Beispiel angeführt habe, möchte dennoch dazu kurz anmerken, das ich einige Gehaltsangaben in dieser Rechnung für etwas irreal und verschönert halte.

[via Mail – Danke Steffen]

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