Kinder und Jugendliche trinken immer mehr Alkohol, noch immer raucht jeder Dritte Erwachsene und die Zahl der Drogentoten ist auch gestiegen – der Drogenbericht 2008, vorgestellt am 05. Mai 2008 in Berlin von Sabine Bätzig (SPD), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ist ein Zahlenwerk des ungesunden und manchmal sogar höchst gefährlichen Genusses von Alkohol, Zigaretten, Drogen – ernüchternd.

Bei den 12- bis 17-Jährigen stieg die Menge des getrunkenen Alkohols stark an. Es wurden zwar deutlich weniger Alkopops getrunken – dafür immer größere Mengen Alkohol. Dass nur noch 18 Prozent der Jugendlichen rauchen und nur noch 13 Prozent der Jugendlichen Cannabis probieren – diese Ergebnisse verblassen vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Alkoholkonsum. Nicht viel besser sieht es bei den Erwachsenen aus. Allen Nichtraucher-Maßnahmen zum Trotz raucht in Deutschland noch immer jeder Dritte Erwachsene. Auch Alkohol- und Cannabiskonsum führt in Deutschland noch immer zu Missbrauch in erheblichem Umfang – so trinken 9,5 Millionen Deutsche zu viel Alkohol, 1,3 Millionen sind abhängig. Und 600.000 Erwachsene konsumieren Cannabis. Anderthalb Millionen war abhängig von Medikamenten.

Die Realität ist nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Brauer-Bundes Peter Hahn eine gänzlich andere:

„Der Drogen- und Suchtbericht 2008 erweckt den Eindruck, dass aus dem Land der Dichter und Denker ein Land der Säufer und Trinker geworden ist.“

Bei Alkohol von einer „Alltagsdroge“ zu sprechen sei eine Diffamierung. Mehr als 95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gingen sach- und situationsgerecht im Alltag mit alkoholhaltigen Getränken um. Verantwortungsbewusster Alkoholkonsum sei in Deutschland Teil des kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.

„Natürlich verkennen die deutschen Brauer nicht, dass der Alkoholkonsum gerade bei Jugendlichen teilweise zunimmt“,

Auch die Drogen- und Suchtpolitik müsse zur Kenntnis nehmen, dass eine nachhaltige Veränderung von menschlichem Verhalten sich nicht gesetzlich verordnen lässt. Der Deutsche Brauer-Bund fordert die Drogenbeauftragte auf, statt sich im Bericht mit der Aufzählung von Einzelmaßnahmen und Projekten durch Freie Träger zu verzetteln, sich allen Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft zu öffnen und gemeinsam mit ihnen langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen konkret zu planen. Dies habe mehr Erfolg, als vor dem sich vermeintlich vergrößernden Drogensumpf zu warnen und mahnend auf die Vorschläge zur Verschärfung der Abgabe- und Werberichtlinien des Drogen- und Suchtrates zu warten.

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