Auch in diesem Jahr ermahnt das Tourismusbarometer, sich rechtzeitig auf Trends und kommende Entwicklungen einzustellen. Der sich abzeichnende demografische Wandel und der Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland werden tiefgreifende Auswirkungen haben. Laut Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung wird für Deutschland insgesamt bis 2020 eine etwa gleichbleibende Bevölkerungszahl prognostiziert (-0,5 %), rechnet man für den Osten mit einem Bevölkerungsrückgang um 9 Prozent. Die Zahl der Erwerbspersonen soll nach diesen Schätzungen in Ostdeutschland sogar um 18 Prozent sinken (Deutschland insgesamt -3 %). 2006 gegenüber 2000 liegt der Bevölkerungsrückgang bei 4,4 Prozent.

Die veränderte Altersstruktur führt besonders in Ostdeutschland zu einem Mangel an Fachkräften. Verschärft wird das Problem durch eine anhaltend hohe Abwanderung junger Leute aus den neuen Bundesländern. Vor allem gut qualifizierte Arbeitskräfte, besonders Frauen, verlassen diese Regionen gen Westen.

Touristische Regionen und Betriebe müssen sich nicht nur auf älter werdende Gäste einstellen, sondern auch frühzeitig Mitarbeiter binden. Der Einsatz älterer Arbeitskräfte ist dabei ebenso entscheidend wie Anreizsysteme, um junge Leute zurück in den Osten zu locken – etwa über attraktivere Gehälter, Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung. Mitarbeiter zu gewinnen, aufzubauen und zu halten.

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